Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!

Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!

Und plötzlich ist es wieder da – dieses Gefühl tiefer Einsamkeit. Als wäre ich allein auf der Welt und niemand um mich. Hilflos, traurig und abgeschnitten komme ich mir vor, dabei bin ich schon 46 Jahre alt. Wie kann das sein, warum passiert mir das immer mal wieder, obwohl ich ansonsten eine durchaus taffe und eigenständige Person bin? Ich verstehe es nicht!

Nach einigem hin und her entschließe ich mich, dem Ganzen auf die Spur zu gehen. Ich habe einfach keine Lust mehr, mich immer mal wieder so derart ausgeliefert zu fühlen. Ich analysiere, wann genau das passiert und was die Auslöser dafür sind. Und gibt es eigentlich noch mehr unangenehme Gefühle, die mich immer mal wieder überfluten? Und tatsächlich, da gibt es noch das Gefühl der Zurückweisung, dass ich nicht gut genug bin, nicht ok, so wie ich bin, das Gefühl, nicht dazuzugehören, wenn ich mich nicht genügend anpasse, das sorgt allerdings eher für Wut in mir. Warum kann man mich nicht so nehmen, wie ich bin? Was ist denn soooo verkehrt an mir? Meine Frage schießt ins Leere, ins Universum, kein Echo, keine Antwort. Ich beschließe, nicht länger auf die Reaktion im Außen zu warten, sondern mich selbst auf die Suche nach der Antwort zu begeben. Immerhin bin ich heute erwachsen und wer weiß, ob die Antwort der Wahrheit entspräche, wenn sie von anderen käme. Es sind ja gerade die, die mich ablehnen oder alleine lassen, womöglich könnte ich auf deren Antwort und Reaktion gar nichts geben, sie würden vielleicht sogar erneut eigene Ziele damit verfolgen. Also – an die Arbeit – an die Eigen-Arbeit!

Immer wieder stoße ich bei meiner Recherche auf den Begriff „Inneres Kind“. So recht mag ich mir darunter nichts vorzustellen. Natürlich war ich mal ein Kind und natürlich hab ich daran mehr oder weniger viele und/oder gute Erinnerungen, aber diese Zeit ist doch vorbei. Heute bin ich ja definitiv kein Kind mehr. Oder doch? So ganz scheint meine Theorie in diesem Punkt nicht aufzugehen und je mehr ich darüber erfahre, umso klarer wird mir, dass mein Bild korrigiert werden muss. Ich bin immer noch ein Kind, zumindest in manchen Situationen. Und zwar genau in denen, in denen diese unangenehmen Gefühle aufkommen. Wut oder Traurigkeit, dieses dahin schwelgen, den Realitätsbezug verlieren, überschwemmt werden von Emotionen, das sind genau die Situationen, in denen ich mich klein, hilflos und unendlich bedürftig fühle. Keine Hand, die mich hält, keine Augen, die mir Mut machen und kein Mensch in meiner Umgebung, der mich tröstet und versteht. So bleibe ich allein auf mich geworfen und sitze, gefühlt, allein in einem riesigen Raum, der nirgends endet.

Ich soll mich mit meinem inneren Kind verbinden – schön und gut, aber wie macht man das? Ich hab ja nicht mal das Gefühl, mich als Erwachsene vollkommen zu verstehen und mich in mir selbst auszukennen. Wo soll ich da das Kind entdecken und was, wenn mich das überfordert? Wenn ich ein Kind entdecke, das mir böse ist, das viel zu lange in der Dunkelheit von mir alleine gelassen wurde? Wird es mir glauben, dass ich nix von ihm wusste, dass ich längst geschaut hätte, hätte man mich darauf aufmerksam gemacht? Wird es mir verzeihen und sich bei der Hand nehmen lassen oder ist es mir für immer entglitten, abgeschnitten unversöhnlich mit mir?

Ich beschließe, den Mut aufzubringen und mich auf den Weg zu meinem Kind zu begeben. Was soll schon passieren? Im Moment haben wir keinen Kontakt und schlimmstenfalls bliebt es halt so. Aber zu gewinnen hätte ich tatsächlich sehr viel. Ich spüre, dass hinter dieser Antwort eine enorm große Kraft liegt. Hinter dieser Tür verbirgt sich eine Wahrheit, die mich endgültig segnen, mit mir vereinen, die Antwort, die mich vollständig machen würde. 2 Kugelhälften, nach dem Philosophen Platon, die einander ein Leben lang suchen, weil sie von den Göttern einst getrennt wurden, was wäre denn, wenn diese 2 Kugelhälften in mir selbst zusammengefügt werden könnten? Wenn mein Erwachsenen-Anteil und mein Kinder-Ich zusammen die Vollständigkeit ergäben? Wenn das Glück perfekt wäre, wenn ich in mir die Antwort suchte, wenn ich gar nichts vom Außen bräuchte, wenn ich selbst für meine Fülle und somit meine eigene Ergänzung wäre? Das wäre, und ich spüre es überdeutlich, ein solcher Knaller, dass ich ganz aufgeregt bin.

Ich fühle, dass es meine Wahrheit ist. Ich bin kein halber Mensch, der seine andere, oder noch schlimmer, „bessere“ Hälfte sucht – das ist Quatsch. Ich werde die Antwort nicht im Außen finden, weil sie dort gar nicht liegt. Ich kann mein Leben lang auf die Suche gehen, dabei findet sich die Antwort in mir. Wie wenn ich meine Brille verlege, das ganze Haus absuche, das Auto, den Keller und den Garten, und dabei die Brille auf der Nase habe. Haha, wenn das Gute liegt so nah.

Eine solche Erleichterung und Heiterkeit macht sich in mir breit, das ist die Antwort, die Wahrheit, die echte Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Ich spüre, dass es ein weiter Weg ist, diese 2 Hälften zusammenzubringen. Es ist ein Prozess, mein inneres Kind kennenzulernen, an die Hand zu nehmen, sein Vertrauen zu gewinnen und es mit mir zu vereinen. Aber wenn ich das Ziel kenne, dann kann ich mich immerhin auf den Weg machen. Bisher bin ich nur im Kreis gelaufen. Da war ich zwar auch unterwegs, aber eben ziellos und auf Dauer frustriert. Ich bin komplett, ich bin vollständig und ich bin perfekt, so wie ich bin. gut genug, ausreichend für alle Ziele, die ich mir stecke und ansonsten hat niemand Ziele für mein Leben zu stecken. Ich bin ich und das begeistert mich so, dass ich spüre, ich werde nie wieder diese Angst und Einsamkeit fühlen müssen – ich bin sowas von  komplett!

Dieser Text ist soeben aus mir herausgeströmt und ich habe ihn für euch niedergeschrieben. Ich möchte alle unter euch bitten, die das Gefühl zeitweiliger Einsamkeit, Ohnmacht und/oder Wut kennen und die sich nur mit einem Partner wirklich vollständig fühlen oder auch ihren Selbstwert von Außen beziehen, die sich verloren fühlen, von Zeit zu Zeit….sich dem Inner-Circle anzuschließen und auf das Thema „Innere-Kind-Arbeit“ einzulassen. Es ist ein unerlässlicher Baustein auf dem Weg in die Freiheit, heraus aus der emotionalen Abhängigkeit und es hilft dir, selbst wenn du in einer Partnerschaft bist, deine Bedürftigkeit zu erkennen und die Selbstliebe aus dir heraus zu generieren. Komm ins Sprudeln – ins Wachsen – in die Selbstakzeptanz und Vollständigkeit! Ich freue mich auf dich, dieser Prozess kann gar nie umsonst sein 🙂

Menü schließen
>