„Ich war das schwarze Schaf“

„Ich war das schwarze Schaf“

Was ist eigentlich eine Ist-Soll-Diskrepanz? Also – im Grunde ist es ganz einfach. So wie es ist…soll es nicht sein. Oder – auf den Menschen bezogen – so wie ich bin, soll ich nicht sein!

Schon als ganz kleine Menschen spüren wir die Erwartungen der Eltern. Es gibt genügend Forschung und Studien darüber, wie Bindungen entstehen und wie Babys reagieren, wenn sie bei Mutter oder Vater Unverständnis auslösen. Auch versteinerte Gesichter der Eltern beantworten Babys mit Unbehagen. Erst versuchen sie, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, indem sie lächeln, sich stark bewegen, versuchen, das Wohlwollen der Bezugsperson auf sich zu ziehen. Wenn dies nicht gelingt, wird das Baby unsicher, es schaut sich um, verliert die Orientierung und den inneren Halt. Es weiß nicht, was es tun soll. Es versucht, im Gesicht der Mutter zu lesen, aber der versteinerte, abgewandte Ausdruck, gibt ihm keine Möglichkeit dazu.

Am Ende wird das Baby anfangen zu weinen, weil es die Unsicherheit nicht mehr aushält. Kommt auch darauf keine Reaktion, resigniert das Baby und zieht sich in sich selbst zurück! Kennst du diesen Ablauf? Ist dir dieses Reiz-Reaktions-Modell schon häufig selbst unterlaufen? Du schaust auf deinen Partner, weil du dir nicht sicher bist, ob du was falsch gemacht hast. Du versuchst, Kontakt zu ihm aufzunehmen, aber er beantwortet diesen Versuch von dir nicht. Dann wirst du heftiger, lauter, schriller oder auch wütender…..es kommt trotzdem nichts. Dann fängst du an zu weinen, weil du den Druck nicht mehr aushält und weil du spürst, dass du nicht zu ihm durchdringen kannst. Du bist emotional abgeschnitten, ohne nachvollziehen zu können, warum er dies tut. Dein System kommt in Stress, es gibt keine Beruhigung durch ihn (oder sie), und du fällst förmlich in dir zusammen irgendwann, kauerst dich aufs Sofa, rollst dich im Bett ein wie ein Igel und bist innerlich völlig leer.

Dieser geschilderte Ablauf ist so unfassbar schwer auszuhalten, zumal er ja nicht einmalig vorkommt, sondern in einer gewissen Regelmäßigkeit, dass wir natürlich versuchen, diesen Ablauf um (fast) jeden Preis zu verhindern. Wir werden also schauen, dass wir keinen Anlass für Frust auf Seiten des Partners bieten, wir werden versuchen, keine „Fehler“ zu machen, uns ein- bzw. unterzuordnen, seine Wünsche im Vorfeld zu erahnen, tausend Antennen auszufahren, quasi seismographisch durch unser Leben zu gehen, um seinen (oder ihren) Groll nicht zu entzünden.

Die Stimmung ist beim Teufel binnen einer Minute. Der Abend ist gelaufen, durch eine Mini-Situation. Das Wochenende ist dahin und der Urlaub wird direkt gecancelt, nur weil (scheinbar) EIN Auslöser das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Hast du dir mal überlegt, welche Anspannung das für dein System bedeutet? Welche Dauererregung, welche Angst?

Wir können doch in einer Liebesbeziehung nicht permanent vor der Exekution stehen? Wir können doch nicht jeden Schritt, jedes Wort, jede Geste und jede Aktion so beleuchten, als hätten wir es auf dem Höchsten! Als hätten wir schon so viel falsch gemacht, dass wir uns nichts mehr zu schulden kommen lassen dürfen. Das ist doch eine Endzeitstimmung und keine Liebesbeziehung!

Und – es geht permanent um unsere Anpassung. Nicht um die beider Partner aufeinander oder die des Partners an uns. Nein, es ist komplett einseitig und am Ende können wir nur noch verlieren.

Das schwarze Schaf macht womöglich die Welt erst bunt!

Wenn du es aus deiner Kindheit kennst, dass du nichts recht machen konntest, dass du nicht den Erwartungen entsprochen hast, dass du aus dem Rahmen gefallen bist, dass du latent gespürt hast, dass es eng werden könnte mit dem Plan, den deine Eltern mit dir haben und dem, was du umzusetzen bereit oder vielleicht auch fähig bist. Dann zieht sich dieses Muster häufig fort in Beziehungen und Partnerschaften, weil wir schon gar nichts anderes mehr erwarten. Wir kennen nicht die Gnade des Gefühls, wenn wir in Ordnung sind, wenn wir sein dürfen, wer und was wir sein können und wollen.

Anpassung ist richtig und wichtig, aber nicht um jeden Preis und nicht bis zur Unkenntlichkeit

Selbstverständlich muss man in einer Partnerschaft Kompromisse schließen und aufeinander zugehen. Selbst in einer WG müssen Anpassungen vorgenommen werden und, wenn dies gut gelingt, verringern sich die Reibungen im Laufe der Zeit und wir kommen immer besser miteinander aus.

Jedoch – bei einer Beziehung mit einem Narzissten kommt es nie zu einer langfristigen Zufriedenheit auf seiner Seite. Er wird immer an dir rum meckern, er wird immer neue Baustellen aufmachen, wie du dich verbessern sollst. Und das perfide daran ist, dass er häufig die Punkte aufzählt, die schon deine Eltern an dir kritisiert haben. Damit löst er alte Träger aus, du fällst zurück in dein Kinder-Ich, manchmal wiederholen sich dadurch sogar Traumatisierungen.

Bei deinen Eltern warst du ausgeliefert, du konntest nicht mit 4 Jahren ausziehen und dein eigenes Ding machen! Aber heute! Heute kannst du das. Heute kannst du dich mit Menschen umgeben, die dich wertschätzen, die auf deiner Wellenlänge sind, die Geben und Nehmen, die Respekt und Anstand kennen, Feingefühl und Zufriedenheit. Wir sind der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen wir die meiste Zeit verbringen! Dies bedeutet, der Narzisst wird unweigerlich auf die abfärben. Willst du so sein wie er?

Steig aus! Verschaff dir einen Überblick über die Möglichkeiten, die du JETZT hast, um in Zukunft ein besseres, erfüllteres und freies Leben zu führen!

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