– Ostern – mal anders

– Ostern – mal anders

Bei schönem Wetter zu Hause sitzen, vielleicht noch im Garten, wenn einer vorhanden ist, und das nur mit den „im Haushalt lebenden Mitgliedern“!

So etwas gab es noch nie und wir alle hoffen sicherlich, dass so etwas auch nie wieder notwendig sein wird. Ob es dies aktuell überhaupt ist oder nicht, das soll nicht unser Thema sein. Vielmehr möchte ich darüber reflektieren, was diese Beschränkungen mit uns machen. Wie gehen wir damit um, wenn unsere Freiheit beschnitten wird, wenn wir keine Selbstbestimmung mehr haben dürfen oder diese zumindest extrem eingeschränkt ist.

Schon nach 2 oder 3 Wochen kann man feststellen, wie die Bevölkerung unruhig wird. Wie Stimmen laut werden, die sich darüber mukieren, wie psychische Erkrankungen zunehmen, wie die Konflikte in den Familien und der Stress in den Partnerschaften wachsen. Wir sind uns gegenseitig ausgeliefert, sind es nicht gewohnt, so viel Zeit miteinander zu verbringen, die Kinder gehen nicht zur Schule und wir können uns nicht aus dem Weg gehen. Dieser Umstand wirkt quasi wie ein Brennglas. Er fördert zutage, was unter der Oberfläche eh schon war.

Gute Beziehungen werden die Zeit (auch) genießen, die sie nun unerwartet mehr miteinander haben, sie werden kreativ sein und einfallsreich, wie sie diese verbringen, um vielleicht sogar einen Mehrwert daraus zu schöpfen. Andere Familien, in denen die Spannungen vorher schon nur deshalb erträglich waren, weil man sich die meiste Zeit nicht sah, kommen unweigerlich an ihre Grenzen. Wir können uns nicht mehr im Außen regulieren, z. B. durch Sport oder Kneipe, wir können uns nicht mehr so gut ablenken und nicht mehr flüchten vor Beziehung und Nähe.

Gerade Narzissten haben damit ja häufig ein großes Problem, beschneidet es sie doch in ihrer Freiheit und in ihrer (gefühlten) Würde. Sie lassen sich nicht gerne Vorschriften machen, sie lassen sich auch nicht gerne etwas aufzwängen. Sie machen lieber ihre eigenen Regeln und an diese haben sich dann die Anderen zu halten. Für sie ist es schwierig, wenn sie nicht spontan ihre Impulse ausleben können, wenn sie auf sich selbst zurückgeworfen sind. Da stört sie schon mal die Fliege an der Wand, da sind sie schnell mal auf 180, weil der Sohn seinen Teller nicht abräumt oder die Musik zu laut ist. Alles und jeder kann jetzt verantwortlich sein für die schlechte Laune des Narzissten. Seine Wut wird immer einen Adressaten finden und der Auslöser
sind immer die Anderen. Derzeit eben die „zum Haushalt gehörenden Personen“! Diese kriegen jetzt alles ab!

Ich möchte wachrütteln und aufmerksam machen auf diese Missstände. Wenn du es zuvor nur ausgehalten hast, weil sich seine Wut „besser verteilt hat“, wenn du davor nur gerade so zurechtkamst, weil er nicht so viel zu Hause war, wenn du davor noch eben so psychisch überlebt hast, weil du gute Ressourcen hattest, dann bitte – schau jetzt genau hin!

Es hilft nicht, immer wieder ein „Gegengift“ zu finden, es reicht nicht aus, sich die Sorgen und den Stress mit dem Partner in Alkohol zu ertränken, es genügt nicht, sich weinend ins Bett zu legen und zu hoffen, dass es vorbei geht. Das ist nicht leben, das ist dahin vegetieren! Das ist nicht Potenzial ausschöpfen und das Leben gestalten. Das ist ein Schattendasein, ein sichklein-Machen, ein den-Misshandlungen-Ausweichen! Den Schaden zu minimieren bedeutet noch lange nicht, wirklich am Leben zu sein! Bitte – wenn du deinem Partner gegenüber nicht ja und nein sagen kannst, ohne negative Folgen, dann bist du eine Geisel! Wenn du nicht in deiner Würde bleiben und dein Persönlichkeit leben darfst, dann bist du kein freier Mensch, dann bist du vielleicht sogar ein Sklave!

Befreie dich jetzt! Sobald diese ganze Misere vorüber ist, gib endlich Gas! Nimm diese schwierige Zeit jetzt als Sprungbrett und schau genau hin, was du unter dem Brennglas zu sehen bekommst! „Aus Scheiße machst du einfach kein Gold mehr!“ Wir sind viele – wir halten zusammen und helfen dir – wir stärken uns gegenseitig und tragen uns durch diese Zeit! Du bist nicht allein, es gibt nichts zu schämen und so geh raus aus deinem Schatten und ergreif die Hand, die dich begleiten kann, wenn du es zulässt! Save our souls!

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