Warum du Leiden auf dich nimmst oder genommen hast: Du glaubtest an ein höheres Ziel!

Warum du Leiden auf dich nimmst oder genommen hast: Du glaubtest an ein höheres Ziel!

Die narzisstische Beziehung beginnt mit einem Feuerwerk an Emotionen. Bei vielen – späteren Opfern – wurde zum ersten Mal im Leben etwas Grundlegendes befriedigt. Sie haben sich zum ersten Mal: aufgehoben gefühlt, angekommen, bedingungslos geliebt, anerkannt, wertgeschätzt, gesehen…. Der Narzisst hat sie in ungeahnte Höhen gelobt, ihnen einen unbeschreiblich hohen Wert beigemessen, sie fühlen lassen wie eine Prinzessin.

Dieses Gefühl, willkommen auf der Welt zu sein, eine Rolle im Leben gefunden zu haben, bedingungslos geliebt und einmalig zu sein, diese Art der Rückmeldung und Zuwendung gehört eigentlich in die Kindheit und sollte von Mutter und Vater geschenkt werden. Ist dies nicht passiert, hat ein Narzisst später leichtes Spiel. Er erfüllt eben diese kindlich naiven Wünsche und hat uns am Ende genau damit in der Hand. In seine Hände begeben wir uns, wir legen unser Schicksal in seine Macht und genau diese Macht wird er später nutzen, um uns in die Hölle zu stoßen. Um uns abzuwerten, uns zu demütigen, uns zu verunsichern, uns unseren Wert wieder abzusprechen, uns Schuldgefühle zu machen und uns in einen Kreislauf des Irrsinns zu schleudern.

Die Symbiose des Anfangs war perfekt. Die – scheinbare – Seelenverwandtschaft kann und will nicht mehr aufgegeben werden. durch seine Schuldzuweisungen sind wir dafür verantwortlich, dass die Beziehung nicht gelingt. Wenn wir nur…..dann…., oder wenn wir nicht…..dann….. So drehen und wenden wir uns im Kreis, ständig auf der Suche nach der höchst möglichen Anpassung, um wieder seine Liebe zu erlangen oder um seine Wut zu vermeiden. Manchmal gelingt es uns schon ganz gut, dann ist er zufrieden mit uns und wir bekommen erneut ein paar Brosamen, die uns an den Anfang erinnern. Viel zu häufig jedoch gelingt es uns nicht und wir müssen bestraft werden, wir ziehen seinen Zorn auf uns, wir verärgern ihn, enttäuschen ihn, wir provozieren ihn und wir versagen. Obwohl uns vielleicht längst die Idee ergriffen hat, dass es nicht sein kann, dass die ganze Schuld bei uns liegt, lässt er uns doch keine Zeit, für uns selbst in Ruhe zu sortieren, eigene Wertmaßstäbe anzulegen, zur Besinnung zu kommen.

Er hetzt uns durch die Krisen wie eine Waschmaschine im Schleudergang. Eine Terroraktion jagt die andere. Und wenn er alles, aber wirklich alles auf die Spitze getrieben hat, dann, wenn wir uns endgültig sicher sind, ihn verlassen zu müssen, weil wir sonst draufgehen, dann….ha dann….haben wir endlich wieder seine Gunst erworben, ziehen wir endlich wieder seine Güte an, seine Herzlichkeit und sein Wohlwollen. Er schenkt uns erneut den Blick in den Himmel, die Verschmelzung, die Auflösung zweier Seelen…die sich so wunderbar für uns anfühlt.

Dies ist spätestens der Punkt, an dem wir davon überzeugt sind, tatsächlich Einfluss auf sein Handeln zu haben. Wenn wir also künftig seine Lust auf uns steigern und seine Unlust vermeiden, dann haben wir noch immer die Chance, das hohe Ziel der perfekten Beziehung zu erreichen. durch die Schuld-Umkehr gibt uns der Narzisst also – vermeintlich – das Zepter in die Hand. Er sitzt am Richtertisch und urteilt über unser Handeln. Wir sind nur Empfänger, nicht Akteure. Indem der Narzisst immer wieder von der Erreichbarkeit des Paradieses spricht, indem er uns in Aussicht stellt, uns erneut als Prinzessin zu behandeln, erneut auf den Sockel zu stellen, hält er uns in Wahrheit bei der Stange. Um uns auszusaugen, zu demütigen, seine Macht auszuspielen, seinen manchmal wahnhaften Wunsch nach Kontrolle auszuagieren.

Es gibt mit einem Narzissten kein Paradies. Es gibt Chaos, Tränen, Absturz, Enttäuschung, falsche Hoffnungen und falsche Anschuldigungen. Es gibt Krieg und Neid, es gibt Hass und Kampf. Aber es gibt keine dauerhafte, liebevoll zugewandte Beziehung! Es gibt schon gar keine Seelenverwandtschaft und keine einmalige Liebe, die nur deshalb nicht stattfinden kann, weil du dich nicht an seine Regeln hältst oder nicht auf seine Bedürfnisse eingehst.

Wir müssen den Zauber entmystifizieren und der Wahrheit ins Auge schauen! Du opferst dich für ein Ziel, das der Narzisst gar nicht hat. Du leidest für eine Zukunft, die dir der Narzisst nur verkauft, um dich unter Kontrolle zu halten. Soll er dir denn sagen, dass er nicht beziehungsfähig ist? Dass
du am besten deine Konsequenzen ziehst, weil er nicht liebesfähig ist? Jeder Zauberer arbeitet mit Tricks, so auch der Narzisst. Und jeder Hochstapler arbeitet mit Charme. So auch der Narzisst.

Ergo – lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Der Narzisst war niemals der, der er vorgegeben hat zu sein und er wird es auch mit deiner Liebe nicht werden! Das zu denken wäre vermessen und anmaßend. Liebe kann vieles bewirken, enorm vieles, aber ohne eigene Einsicht wird sich ein Mensch nicht verändern. Ohne innere Not und ohne den Impuls aus sich heraus wird er eine Veränderung nicht durchhalten. Ein Narzisst ist ein zutiefst unglücklicher Mensch – im Grunde – aber er sieht die Schuld dafür bei den Anderen. Das ist sein Verhängnis und das wirst du nicht ändern. Du kämpfst gegen ein Symptom aus dem psychiatrischen Formenkreis und dieser Kampf ist zwecklos. Du kannst ihn nicht gewinnen. Wenn du nach 1 Jahr keine Veränderung bei ihm auslösen konntest, warum sollte es dir nach 10 gelingen? Wenn er vor dir schon 10 andere Frauen verschlissen hat, warum solltest du die EINE sein, für die er nun seinen Narzissmus aufgibt? Er braucht diesen Narzissmus, um sich vor seinen wahren Ängsten und Gefühlen zu verstecken. Nimmst du ihm diesen Abwehrmechanismus, wird er womöglich dekompensieren. Also – er ist eine Mogelpackung, er hat dir was vorgespielt, und er ist eine Enttäuschung! Mach dich frei und such dir einen Menschen, der hält, was er verspricht. Einen Menschen, mit dem es tatsächlich möglich ist, in eine gute Zukunft zu gehen, realistische Ziele zu erreichen. Vielleicht sind die Gefühle anfangs kein Feuerwerk, aber dieses Feuer, das langsam beginnt und sich immer mehr aufbaut, wird am Ende länger halten als das Strohfeuer mit einem Narzissten!

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