von Angelika Beck

Unser gesamtes Leben besteht aus Beziehungen, von Beginn an bis heute. Und wie kompetent sind wir tatsächlich auf diesem Gebiet? Was haben wir konkret darüber gelernt? Oder sind wir eher nach dem Prinzip „Versuch und Irrtum“ unterwegs?

Beziehungen haben einen enormen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Ob ich glücklich bin oder frustriert, ob ich mutig bin oder ängstlich, locker und heiter oder angespannt und ängstlich….all dies hängt eng mit unseren Beziehungserfahrungen zusammen. Diese können brandaktuell sein oder auch schon sehr lange zurückliegen. In jedem Fall haben sie einen enorm starken Einfluss!

Wusstest du, dass unser Nervensystem sich bereits im Bauch unserer Mutter entwickelt und wir somit schon gestresst oder entspannt auf die Welt kommen?

Alle Einflüsse von Menschen, mit denen wir in Beziehung sind oder waren, sind in uns gespeichert. In unserem Unterbewusstsein und in unserem Körpergedächtnis. Wenn du also heute einen Menschen nach 10 Jahren wiedersiehst, der dir einst etwas angetan hat und du fühlst dich sofort wieder unwohl bei der Begegnung, dann hat das damit zu tun! Dein Unterbewusstes und dein Körper erinnern sich!

Natürlich können wir uns diese Umstände auf der anderen Seite auch zunutze machen. Je mehr positive Erfahrungen wir machen und je häufiger wir gute Beziehungen führen, umso besser und leichter wird unser Leben. Je schneller wir erkennen, wer gut zu uns passt und wer eben nicht, umso weniger Zeit und Kraft verlieren wir durch sogenannte „Fehlinvestitionen“. Damit meine ich Beziehungen, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind, Partner, die wir unbedingt retten wollen, alte Muster, die wir wiederholen, wie z. B. den cholerischen Vater oder die alkoholkranke Mutter, die in unseren heutigen Partnern wieder auftaucht usw.

Die Zukunft hat viel mehr mit der Vergangenheit zu tun, als wir hinlänglich glauben.

„Lass die Vergangenheit hinter dir“, lautet ein bekannter Spruch und da ist etwas Wahres dran, aber eben nur etwas. Wir können die Vergangenheit hinter uns lassen, wenn wir die entsprechenden Verstrickungen gelöst haben. Wenn wir den ganzen Müll von Generationen und von negativen eigenen Erfahrungen noch immer mit uns herumschleppen, dann sind das Eisenketten, die uns am Erfolg behindern und an einem Leben in Leichtigkeit und voller Energie.

So, wir wissen nun also, dass die Anzahl ungelöster Verstrickungen mit der Vergangenheit großen Einfluss darauf hat, wie wir uns heute fühlen und wie wir mit uns umgehen. Wenn der Boden vergiftet ist, können keine großen Pflanzen darauf gedeihen! Deshalb sollten wir Vergangenheits-Detox betreiben 🙂 Wir haben innere Kritiker, Antreiber, Kinder und Glücksverhinderer, die uns Tag und Nacht beschäftigen mit ihrem Geschrei. Der eine ruft: „Streng dich mal mehr an“, der andere sagt: „Du warst schon immer schwierig“, der dritte ruft: „Das kriegst du doch nie hin!“ und der vierte klagt: „Mit dir hat man immer Sorgen, du kannst es einem nie recht machen!“

Was für ein Theater! Wer soll da noch die eigene Stimme hören, wenn die ganze Bühne voll ist mit Figuren aus der Vergangenheit, die sich gegenseitig überbrüllen! Wir könnten doch tatsächlich mal für Ruhe sorgen und die Stimmen zum Schweigen bringen, die heute nicht mehr angemessen unser Leben dominieren sollen.

Warum hat der Vater noch das Sagen, obwohl wir schon über 50 sind? Warum hören wir noch auf die Mutter oder wollen es ihr recht machen, obwohl wir sie im Grunde schrecklich finden oder sie sogar schon verstorben ist? Warum hat der Lehrer heute immer noch Macht über uns, nur weil ich in Mathe früher schlecht war?

Das dürfte doch wahrhaftig ein für allemal vorbei sein, sonst kommen wir nie zu unserem wahren Kern und in die volle Kraft unseres Seins.

Wie wäre es, wenn wir in der nächsten Zeit unsere Beziehung zu uns selbst sehr genau beobachten und verfolgen. Wie reagieren wir bei Entscheidungen? Wie gehen wir mit Vorwürfen von Außen um und wie reden wir eigentlich mit uns selbst?

Wer nie viel Liebe bekommen hat, der kann auch schwerlich viel Selbstliebe aufbringen. Wer sich nur wertgeschätzt fühlt, wenn er ganz viel für Andere tut, der wird sich immer wieder völlig verausgaben und wer der Fußabtreter war ein Leben lang, der wird auch von seiner Zukunft nichts anderes erwarten.

ABER! Ich möchte einmal direkt zu dir sprechen: „ Das alles spielt sich in deinem Kopf ab. Es ist ein Gedankenkonstrukt aus deinen Erfahrungen, die du morgen beeinflussen und in eine andere Richtung lenken kannst. Es steht nirgends geschrieben, dass deine Zukunft so aussehen muss wie deine Vergangenheit. Das denkst du, weil du nichts anderes kennst, aber das Leben ist Veränderung, jeden Tag für jeden, der es annimmt.Vielleicht kommt es dir so vor, als könnest gerade du diesen Umschwung nicht schaffen oder es würde sich gar nicht mehr lohnen …. Glaub mir, gerade diese Angst ist völlig normal und es wäre eher verwunderlich, wenn du diese nicht hättest. Wir Menschen sind alle konditioniert darauf, die Erfahrungen aus der Vergangenheit auch auf die Zukunft zu projizieren. Wenn wir aber die Vergangenheit aus heutiger Sicht neu betrachten und interpretieren, wenn wir uns auf die Suche begeben, wie wir tatsächlich eine andere Haltung zu den Vorkommnissen finden und ich verspreche dir, dass jedes Ereignis viele Interpretationen zulässt, dann haben wir einen ganz wichtigen Hebel in der Hand, um diese Veränderung mit in die Zukunft zu nehmen.

Ich möchte dir ein Beispiel geben: Vielleicht hattest du eine Mutter, die dich weniger geliebt hat als deinen Bruder. Das bedeutete eine schwere Kränkung für dich und dein Leben lang fühltest du dich schon als 2. Geige, zurückgesetzt und eben nicht so wichtig wie andere. Heute erwartest du schon gar nichts anderes mehr und vielleicht hattest du deshalb später einen Partner, der dich auch nicht an die erste Stelle in seinem Leben gesetzt hat und im Job bist du auch immer wieder die Nummer 2 geblieben. Wenn du nun heute zurückschaust auf die Situation in deiner Familie und du könntest es – vielleicht mit meiner oder sonstiger therapeutischer Hilfe schaffen – die Situation nicht als Rangfolge zu sehen, sondern dich in die Mutter hineinzuversetzen und aus ihrer Warte heraus zu verstehen, dass sie den Bruder bevorzugt hat, weil der Vater emotional oder tatsächlich nicht verfügbar war? Es hatte also gar nichts mit deiner Person, deinem Charakter, deinen Qualitäten zu tun, sondern allein mit dem Geschlecht? Deine Mutter hatte ihre eigene Bedürftigkeit mit deinem Bruder gestillt, was an sich schon wieder ein Missbrauch ist und keine Bevorzugung? So gesehen bist du eigentlich verschont geblieben, weil die Mutter dich für diese Rolle als Mädchen nicht missbrauchen konnte. Würde diese Sichtweise etwas in deinem Erleben ändern? Wenn du verstehen würdest, dass deine Mutter im Grunde ein kleines bedürftiges Wesen war, das nach der nächstbesten Bedürfniserfüllung gegriffen hat und die war nun einmal dein Bruder? Würde das etwas ändern und könntest du infolge dessen heute anders auf deine eigene Person und deine Geschichte schauen?

Das meine ich, wenn ich sage, wer die Vergangenheit aufgeräumt hat, der kann mit voller Kraft in eine selbstbestimmte Zukunft starten!

Vielleicht magst du einstiegen in diesen Zug auf die Reise zu dir selbst, die dich in puncto Selbstliebe und eigenen Lebensentwurf fördern und begleiten wird. Alles beginnt mit der Beziehung zu uns selbst. Sie ist der Anfang und das Ende von allem und darum kümmern wir uns ausführlich und intensiv – genau um diese eine Beziehung. Die zu uns selbst!

Der nächste Inner Circle Abend

Abhängigkeit - was sie bedeutet und wie du ihr entkommst!

  • Wann: Montag, 8. April - 20 Uhr
  • Wo:  Online Meeting (rechts bzw. unten eintragen, um Einladung zu erhalten)
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