„Wie kann ich nur jemals die Trennung von einem Narzissten überwinden?“

„Wie kann ich nur jemals die Trennung von einem Narzissten überwinden?“

„Wie kann ich nur jemals die Trennung von einem Narzissten überwinden?“

Eine narzisstische Beziehung läuft mehr oder weniger immer nach demselben Schema ab. Honeymoon – erste Enttäuschungen – erneute Annäherung – on-off im Wechsel – am Ende die Klarheit, dass man diese zerstörerische Beziehung verlassen muss, obwohl man mit jeder Faser seines Seins bleiben möchte. Ich weiß noch aus meiner eigenen Erfahrung, dass es sich anfühlt wie die Wahl zwischen Pest und Cholera! Bleiben ist nicht möglich, weil man am Ende „draufgehen“ würde, aber auch eine Trennung scheint unvorstellbar! Man sitzt wie gelähmt zwischen zwei Stühlen, man kommt nicht vor und nicht zurück, und viele Freunde haben sich im Laufe dieser entsetzlichen Jahre verabschiedet. Sie konnten es nicht mehr hören, nicht mehr sehen, nicht mehr mit uns aushalten. Isoliert, unverstanden und ratlos…..verzweifelt warten wir auf Rettung!

Gerade dieses Ausgeliefertsein ist so schwer auszuhalten. Man möchte so gerne etwas tun, sich selbst helfen, um wieder einen Schritt nach vorne machen zu können, Sich befreien aus den kranken Strukturen und man möchte den Schmerz loswerden, vielleicht sogar mehr als alles andere….den Schmerz loswerden.

Dies ist der Punkt, an dem viele meiner Klienten zu mir kommen und sich Hilfe holen. Sie spüren, dass sie es alleine nicht schaffen, dass ihr Umfeld kein wirkliches Netz mehr darstellt und sie selbst mit ihrem Latein am Ende sind. Das ist verständlich und für mich auch völlig nachvollziehbar, bin ich doch damals selbst nur mit Hilfe einer Therapie aus dem narzisstischen Kreislauf herausgekommen.

Es ist nicht deine Schuld und es ist nicht dein Versagen!

Viele berichten mir, dass sie doch im Kopf wüssten, dass sie gehen müssten und sie verzweifeln fast schon an sich selbst, weil sie immer wieder rückfällig werden. Sie verachten sich für ihre eigene Schwäche und geraten so noch tiefer in den Strudel der Selbstabwertung, der Hoffnungslosigkeit und dem Gefühl, keine Macht mehr für Veränderung zu haben. Sie schließen aus den vielen gescheiterten Ausstiegsversuchen, dass sie es wohl niemals schaffen werden…und irgendwann probieren sie es tatsächlich nicht mehr!

Dies ist der Moment, in dem dich der Narzisst genau da hat, wo er dich haben wollte/will! Er hat alle Kraft, alle Energien aus dir herausgezogen, er hat die Macht über dich erlangt, du bist in totaler Abhängigkeit und hast nichts und niemandem mehr etwas entgegenzusetzen. Jeden Tropfen Zuwendung bewertest du als Geschenk und so kann dich der Narzisst zu einem „günstigen Preis“ halten. Kein sich-Wehren mehr, keine Forderungen, keine Widerstände! Er hat dich gefügig gemacht – bis zur Unkenntlichkeit. Dressiert, manipuliert und ergeben, so vegetierst du vor dich hin, ausschließlich fokussiert auf den Narzissten, von dem du dir noch Gnade, Milde und zumindest ein Fünkchen Zuwendung erhoffst. Mit Scheuklappen und als hinge das Überleben von ihm ab, blenden wir alles aus, was links und rechts vom Narzissten ist. Da wären vielleicht potenzielle Partner, die mehr im „Angebot“ hätten als der Narzisst, und die es freimütiger an uns verschenken möchten als er, die gesünder wären, zugewandter und großherziger!

Aber wir sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange und hoffen auf Gnade!

Längst haben wir unsere Selbstbestimmung aus der Hand gegeben, unsere Würde gegen Demut eingetauscht und unser Lachen in Weinen und Unterwürfigkeit. Seinen manipulativen Grausamkeiten haben wir nichts mehr entgegenzusetzen. Wir können nur noch hoffen, dass er uns das eine oder andere Mal verschont.

So – und damit MUSS jetzt Schluss sein, wenn dir dein Leben lieb ist!

Bei Alkoholikern sagt man, sie müssten erst ganz unten landen, bevor sie zur Veränderung bereit wären. Und tatsächlich ist da was dran. Erst wenn wir der absoluten Überzeugung sind, dass es für die narzisstische Beziehung keine Hoffnung mehr gibt, können wir uns abwenden. Wie rasch wir an diesen Punkt kommen und wie tief wir hierzu „sinken“ müssen, das ist bei jedem Menschen verschieden. Es hat viel mit unserem Selbstwert zu tun und viel mit der Anpassungsfähigkeit, zu der man uns in unserer Kindheit gezwungen hat. Je weniger wir „wir selbst“ sein durften, desto länger brauchen wir für den Ausstieg. Schuldgefühle und Ängste halten uns gefangen, und mangelnde Unterstützung von außen erschweren uns den Ausstieg! Es ist keiner da, der uns hilft!

Was kannst du selbst für dich tun in diesen schweren Zeiten!

1. Such dir Nischen, und seien sie anfangs noch so klein!

Nischen können sein: ein Spaziergang, ein Kaffee mit einer Freundin, ein Telefonat mit der Telefonseelsorge, ein warmes Bad, ein Friseurbesuch, ein kleines Geschenk, das du dir selbst machst, schreibe ein Glückstagebuch – jeden Abend notierst du 1 Ereignis, das schön war am Tag

2. Schaffe dir Inseln!

Inseln können sein: 1 Jour fix mit einer nahestehenden Person, ein Gymnastikkurs, ein fester Abend in der Woche, an dem du dich mit deiner Lieblingsmusik zurückziehst, Strickkreis oder Nähzirkel, Massagen, regelmäßige Abende in einem Chor/Sport/ Kunst/Gesprächskreis…..

3. Plane deine Zukunft!

Wir leiden darunter, dass wir weg müssen von ihm/ihr, und das ist verständlich. ABER: Ich möchte diesen Gedanken einmal umdrehen und aus dem „weg von“ ein „hin zu“ machen. Also, nicht (nur) weg von dem Narzissten, sondern hin in einer spannende Zukunft. Je konkreter und lebendiger wir uns diese Zukunft ausmalen, umso leichter fällt uns der Weg auf sie zu.

Nicht den Fokus darauf richten, was wir verlieren (eigentlich verlieren wir ja de facto gar nichts Wertvolles), sondern viel mehr den Blick darauf ausrichten, was wir (wieder)-gewinnen!

Also: Plane deine Zukunft: Was willst du auf jeden Fall machen, wenn der ganze Spuk vorbei ist?

Was machst du als erstes? Was kannst/darfst du wieder aufgreifen, wenn er/sie erstmal aus deinem Leben verschwunden ist? Und was kannst du neu in dein Leben holen?

Neue Projekte können sein:

ein Verein, dem du bisher nicht angehörtest

eine neue berufliche Qualifizierung

ein Seminar zu Persönlichkeitsentwicklung

eine Reise

ein Ernährungskurs

ein Umzug

Neugestaltung der Wohnung

eine Collage mit Bildern von allen Aktivitäten, die du in deinem Leben noch machen möchtest, oder mit all den Dingen, die du noch besitzen möchtest.

Verändere deine Frisur – so wirst du jeden Tag an dein neues ICH erinnert

stelle deine Möbel um

bring neue Farben rein

geh in Seminare, die für Entspannung sorgen oder dich auf körperlicher Ebene heilen können (Klangschalen, Progressive Muskelentspannung, ChiGong, walking, Aqua-Gymnastik, Kreativworkshop, , Phantasiereisen, Wandergruppen, …..

Es gibt tausende von Möglichkeiten, schau in das Programm deiner VHS oder deiner Stadt. Wichtig ist, dass du dir etwas aussuchst, was nichts mit Narzissmus zu tun hat. Dein Körpersystem und auch dein Gehirn brauchen immer wieder Zeiten der Ruhe und der positiven Stimulation mit anderen Themen. Bewegung baut Stress ab, Kunst und Kreativität lassen uns wieder Zugang zu unserem Selbst finden, Sport und Körperarbeit, Meditation und moderate Veränderung in kleinen Schritten – so gelingt der Ausstieg.

Wir brauchen ein 3-Säulen-Modell!

Was kann ich selbst tun! Wer kann mir helfen! Was heilt die Zeit!

Was du selbst machen kannst, das habe ich dir oben geschildert. Natürlich sind das nur Auszüge und man kann im Rahmen einer Therapie schauen, was genau auf dich passt. Die Zeit heilt leider nicht alle Wunden, zumindest nicht, wenn wir weiter in der giftigen Beziehung bleiben und auf dem Weg der Heilung nichts unternehmen! Es wäre so, als würde der Alkoholiker trocken werden wollen, indem er jeden Tag 5 Flaschen Bier und 2 Flaschen Wodka trinkt! So wird das nix werden!

Hilfe findest du auf vielfältige Weise. Wichtig ist erstmal, dass du bereit bist, diese anzunehmen und sowohl Zeit als auch Geld (unter Umständen) zu investieren. Häufig sind wir so am Ende, dass wir uns selbst eine Heilung gar nicht mehr wert sind, aber die Einbußen an Gesundheit und Lebensqualität können enorm sein – bis hin zum broken-heart-Syndrom und lebensbedrohlichen Erkrankungen. Ich will hier keine Angst schüren, ganz gewiss nicht, aber ich möchte dich bitten, deine Körpersymptome und deinen psychischen Zustand ernst zu nehmen. Von den Klienten, die zu mir kommen, ist keiner mehr wohlauf, im Gegenteil, viele sind sogar bereits schwer erkrankt.

Weil du es dir wert bist!

Wenn du nicht in dich investierst, worin solltest du dann investieren? Wo auch immer und wie auch immer du dir Hilfe holst, sei dir bewusst, dass es weder eine Schande ist noch Geldverschwendung. Im Gegenteil! In deine Gesundheit und in deine Zukunft, also für dich zu sorgen und dir selbst was zugute kommen zu lassen, kann es eine sinnvollere Investition geben? Ich weiß, dass einige durch die narzisstische Beziehung arbeitsunfähig geworden oder in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Auch hierfür gibt es über den Hausarzt die Möglichkeit zu einer von der Krankenkasse bezahlten Psychotherapie. Die Wartezeiten können lang sein und es ist möglich, dass der Therapeut sich nicht optimal mit dem Thema auskennt. In diesem Fall sprecht ihn bitte ganz offen darauf an und spürt genau in euch hinein, ob ihr euch gut aufgehoben und verstanden fühlt.

Wenn du weißt, dass du Hilfe brauchst, dir noch unsicher bist, wie diese aussehen könnte, dann biete ich ja für alle Gruppenmitglieder das kostenfreie Strategiegespräch an. Nutze diese Chance, denn keiner muss alleine bleiben. Als Therapeutin kann ich den Weg nicht für dich gehen, aber ich kann dich begleiten und dir Geländer auf Zeit bieten. Gerade so lange, bis du wieder alleine laufen kannst und willst! Glaub an eine Zukunft, die lebenswert ist und gib dem Leben eine Chance, diese wahr werden zu lassen. Nimm die Hände an, die man dir reicht. Komm aus der Falle und steh zu deiner Bedürftigkeit. Nichts ist eine Schande, denn du bist und warst Opfer! Du hast nichts falsch gemacht, du hast geliebt und vertraut! Dem falschen Menschen und genau das kann praktisch jedem passieren. Bleib nicht stehen, sondern geh weiter, immer weiter, bis du diese Krise gemeistert hast. Lass es nicht die Oberhand gewinnen, das Leid, das hast du nicht verdient! Wer ich das weiß? Nun, weil niemand es verdient hat, manipuliert und ausgenutzt zu werden!

Mach dich auf in DEIN NEUES LEBEN! Bei meinen Klienten ist das Leben nach dem narzisstischen Missbrauch meist besser als das Leben, das sie zuvor geführt hatten! Warum also nicht auch bei dir! Ich freue mich über jede(n) Einzelne(n) von euch, die den Mut aufbringt, Hilfe anzunehmen! AUSSTIEG JETZT!!!

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